Knut Ebeling

Archäologien der Moderne.

Philosophische und wissenschaftshistorische Grundlagen kulturwissenschaftlicher Analyse

 

Indem Kant 1793 in seiner Erwiderung auf die 1791 gestellte Preisfrage der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin Welches sind die wirklichen Fortschritte, die die Metaphysik seit Leibnizens und Wolffs Zeiten in Deutschland gemacht hat ? den Begriff einer »philosophischen Archäologie« einführte, hat er ein Problem aufgeworfen, welches das Projekt Archäologien der Moderne: Freud, Benjamin, Foucault. Wissenschaftshistorische und philosophische Grundlagen kulturwissenschaftlicher Analyse nicht vollständig wird klären können: Das des Verhältnisses zwischen Archäologiegeschichte und Philosophiegeschichte, das spätestens seit Sigmund Freuds »Archäologie der Seele« (1900), Walter Benjamins »Urgeschichte des 19. Jahrhunderts« (1927-1940) und Michel Foucaults »Archäologie des Wissens« (1969) virulent geworden ist.

Während der Begriff oder das Konzept der »Archäologie« aus den kulturwissenschaftlichen Diskursen der neunziger Jahre nicht wegzudenken ist, fehlt es diesen an einer verbindlichen philosophischen wie wissenschaftshistorischen Grundlage. Das am Graduiertenkolleg Codierung von Gewalt im medialen Wandel an der HU Berlin entwickelte Projekt nimmt den Begriff der Archäologie beim Wort und bezieht die verzweigte Wissenschaftsgeschichte der Archäologie im 20. Jahrhundert in die Suche nach einer operablen kulturwissenschaftlichen Arbeitsmethode mit ein. Vor dem Hintergrund der Wissenschaftsgeschichte der Archäologie im 20. Jahrhundert zeichnet das Projekt die Neubesetzung des Begriffs der Archäologie nach, die in diesem Jahrhundert von Sigmund Freuds »Archäologie der Seele« (1900), Walter Benjamins »Urgeschichte des 19.Jahrhunderts« (1927-1940) und Michel Foucaults »Archäologie des Wissens« (1969) vorgenommen wurde. Es ist das Ziel des Projektes, aus dieser spezifischen Verbindung von philosophischen und wissenschaftshistorischen Materialien die Methode der kulturwissenschaftlichen, »archäologischen« Diskursforschung oder Diskursanalyse angemessen zu fundieren.


MoMo-Vortrag am 09.07.2000



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