In meinem Vortrag möchte ich eine philosophische, dabei aber eng auf die fachwissenschaftliche Theoriebildung bezogene Deutung des gegenwärtigen »weltgeschichtlichen Augenblicks« versuchen. Schließlich ist ja mit der begründeten methodischen Kritik der Geschichtsphilosophie und dem Niedergang ihrer marxistischen Varianten das Bedürfnis nach politischer Orientierung und nach einem übergreifenden Verständnis der weltgeschichtlichen Entwicklungen keineswegs verschwunden..
Dazu werde ich im ersten Teil die grundlegenden Positionen innerhalb der politikwissenschaftlichen Theorie der internationalen Beziehungen - die ich als »Realismus«, »Idealismus« und »Institutionalismus« bezeichne - skizzieren und aus der Perspektive der Globalisierungsdebatte sowie der Entwicklungen seit »9-11« kritisch bewerten.
Danach möchte ich im zweiten Teil ausgehend von den idealtypisch eingeführten Begriffen »Imperium«, »Hegemonie« und »Wettbewerb« eine Analyse der sich abzeichnenden US-amerikanischen Weltherrschaftsordnung und ihrer wahrscheinlichen Regeln und Konsequenzen versuchen.
Abschließend wäre zu diskutieren, ob und gegebenenfalls in welcher Hinsicht das gerade entstehende »Wirkliche« auch als ein »Vernünftiges« zu begreifen ist.
MoMo-Vortrag am 13.04.2003