Stefan Gosepath

Gerechtigkeit und Gleichheit

 

Die Frage nach dem normativen Stellenwert der Gleichheit ist uralt und aktuell zugleich. Unter welchen Bedingungen sind Forderungen, Menschen gleich zu behandeln oder sie in gleicher Weise mit Gütern auszustatten, Forderungen der Gerechtigkeit?

Ich argumentiere dafür, daß Gleichheit - jedenfalls unter modernen Bedingungen - eine wesentliche Rolle in einer Theorie der Gerechtigkeit zukommt und bestimme, welche Rolle das genauer ist.

Die zentrale Rolle der Gleichheit wird durch die - zu begründende - Präsumtion der Gleichheit bestimmt, die besagt: »Alle Betroffenen sind ungeachtet ihrer deskriptiven Unterschiede gleich zu behandeln, außer bestimmte (Typen von) Unterschiede(n) sind in der anstehenden Hinsicht relevant und rechtfertigen durch allgemein annehmbare Gründe eine ungleiche Behandlung oder ungleiche Verteilung.«

Vor dem Hintergrund dieses Prinzips ist sodann darauf zu reflektieren, was für eine Art von Egalitarismus sich daraus ergibt und warum es den neuerlich wieder vorgetragenen anti-egalitaristischen Kritiken nicht ausgesetzt ist.

Last but not least soll erörtert werden, welche Gründe für Ungleichheit sprechen können und welche nicht, welche Differenzen also egalisiert werden sollen und welche nicht.


MoMo-Vortrag am 02.09.2001



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