Das Werk und die ungewöhnliche Lebensgeschichte von Max Aub, spanischer Exil-Schriftsteller französisch-deutscher Herkunft und jüdischer Abstammung, der im mexikanischen Exil 1972 starb, wird seit einiger Zeit auch in Deutschland dank intensiver Übersetzungsaktivitäten neu entdeckt. Im vergangenen Jahr fanden in Spanien, Mexiko, Frankreich und Deutschland mehrere Hommagen anlässlich seines 100. Geburtstags statt.
In meinem Vortrag geht es ebenfalls um eine Lebensgeschichte: um die (gar nicht so ungewöhnliche) Biographie eines kubistischen Malers - Jusep Torres Campalans -, die Max Aub 1958 veröffentlichte und die sofort internationale Aufmerksamkeit fand. Die auf den ersten Blick ziemlich harmlos wirkende, wenngleich umfangreiche Künstlermonographie kann jedoch auf erstaunlich viele Arten gelesen werden. Das Faszinosum des Textes enthüllt sich erst beim intensiven Lesen, Blättern, Anmerkungen lesen, Anmerkungen zu Anmerkungen lesen, Bilderbetrachten, Lesen, Blättern, Anmerkungen lesen ... usw.
Ob es sich um eine Künstlermonographie, eine böswillige Täuschung, eine post-kubistische Auseinandersetzung mit dem Kubismus, eine Parodie, einen postmodernen Text avant la lettre, Netzwerk, Geflecht oder etwas ganz anderes handelt - in dieses Labyrinth hinein und aus ihm heraus hoffe ich einen (mehr oder weniger verschlungenen) Pfad zeigen zu können, mit dessen Unterstützung man dann vielleicht die labyrinthische Lektüre wagen möchte.
MoMo-Vortrag am 18.01.2004