Der Vortrag stellt mein derzeitiges Arbeitsprojekt vor (»Habil« oder »zweites Buch«). Es bewegt sich auf den Grenzen zwischen Erkenntnistheorie, Theorien der Rationalität bzw. Vernunft und Symbol- und Medientheorie samt Elementen der Ästhetik. Im weitesten Sinn geht es um die Frage, in welcher Weise Denk- und Darstellungsformen (in der Kreativitätstheorie »cognitive styles«) Einfluß auf den Inhalt des Gedachten und Dargestellten haben.
Der Ansatz etabliert einen Doppelsinn des »Analogen« (analog versus digital einerseits, analogisch im Sinne von Analogie andererseits) mit der Pointe, daß beides »logisch« zusammenhängt. Daran schließen Thesen an zu einer zentralen Form menschlichen rationalen Operierens, die erst allmählich zunehmendes philosophisches Interesse auf sich ziehen: jene Formen der Vernunft, die aus angebbaren Gründen nicht in Gestalt von Sprache und Sprach-Logik existieren (sondern in diese erst, oft unter kreativen »Verlusten«, übersetzt werden). Versucht wird, Züge einer »Analogik« zu beschreiben, die dem Diskursiv-Logischen und Argumentativen nicht äußerlich gegenübersteht, sondern ein sie ergänzender Teilbereich ist. Insofern versteht sich das Forschungsprojekt als eine Kritik von Rationalitäts- oder Vernunft-Konzepten mit dem Ziel ihrer Erweiterung.
(Autoren bzw. Theorieansätze, zu denen das Skizzierte zum Teil anschlußfähig ist: Hogrebe (»Mantik«), Gloy (»Analogiedenken«), Schildknecht (»Nichtpropositionale Vernunft«), Gottfried Gabriel (»analogisches Denken«), Metzinger (»analoges Wissen«), Gerhard Gamm (»Semantik des Unbestimmten«).
MoMo-Vortrag am 11.11.2001