Uwe Meixner

Wie Physik und nichtphysische Kausalität versöhnt werden können

 

Die nichtphysische Verursachung physischer Ereignisse spielt offenbar eine erhebliche Rolle für unser Selbstverständnis als überlegt handelnde Agenten. Es wird aber weithin angenommen (besonders in der Philosophie des Geistes), daß die nichtphysische Verursachung physischer Ereignisse unverträglich mit »der Physik« ist. Ich kläre zunächst, in welchem Sinne eine solche Unverträglichkeit besteht. Ich zeige, daß keine Unverträglichkeit nichtphysischer Verursachung des Physischen mit den physikalischen Gesetzen, also mit der Physik im eigentlichen Sinn, besteht, indem ich eine physikalisch konsistente und sogar plausible Situation der nichtphysischen Verursachung des Physischen beschreibe. In dieser selben Situation sind jedoch das starke und auch das schwache Prinzip der kausalen Geschlossenheit der physischen Welt verletzt. Aber, so argumentiere ich, dieses Verletztsein zeigt nicht eine Unverträglichkeit der nichtphysischen Verursachung des Physischen mit der Physik auf, sondern nur mit deren metaphysischen Überbau, dem Physikalismus. Physik und Physikalismus sollten sorgfältig unterschieden werden, so wie Physik und Metaphysik.


MoMo-Vortrag am 24.06.2001



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