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Renate Reschke (Hg.)

Ästhetik. Ephemeres und Historisches

Beiträge zur Diskussion

Boethiana – Forschungsergebnisse zur Philosophie, Bd. 54
Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2002, 196 S.
ISBN 3-8300-0638-1
79 EUR

 

Kurztext

Seit ihrem Gründungsakt Mitte des 18. Jahrhunderts definiert sich Ästhetik über eine besondere ratio und über die permanente (Selbst)Reflexion ihrer eigenen Geschichte. Die ausdrücklich kulturelle und gesellschaftliche Bezüglichkeit ist ihren Begriffe eingeschrieben.

In den gegenwärtigen Diskursen und Neubestimmungen der ideellen Horizonte der Ästhetik ist eine latente und folgenreiche Marginalisierung dieser Bestimmungsmomente nicht zu übersehen. Der (re)konstruierende Vollzug ihrer Historizität erfolgt – wenn überhaupt – fast ausschließlich auf die Interessen moderner Theoriekonstellationen hin. Alle Sozialität ist (fast) vollständig kassiert.

Der sich herstellende Widerspruch zwischen der notwendigen Akzeptanz der Historizität und Sozialität ihrer Begriffe für den Selbst(bestimmungs)wert der Ästhetik und und ihrer Preisgabe ohne Not potenziert unter aktuellem Vorzeichen den Zweifel an ihrer perspektivischen Wirkung. Damit verbundenen Defiziten ist unter dem Aufmerksamkeitsparadigma postmodern praktizierter selbstreflexiver Kritik nur schwer zu entgehen.

Vorliegende Publikation setzt an dieser Stelle ein. In fallstudienartigen Skizzen zu einigen Grundbegriffen ästhetischen Denkens, angeregt durch die ersten Bände des Historischen Wörterbuchs Ästhetische Grundbegriffe (Stuttgart, Weimar 2000 ff.) wollen die Autoren durch wiederholende Lektüre historischer und moderner Texte (Kant, Freud, Nietzsche, Romantik) und mit epistemologischen Studien (Masse, Entfremdung, Schicht, Geschichte) epilogisch, d.h. im Sinne erwägender Teilnahme Geschichtlichkeit und Geschichte ebenso wie Kultur und Gesellschaft, reklamieren für die moderne Ästhetik. Als conditio sine qua non ihrer relationalen Perspektive. Und als Indikator einer grundlegenden Korrespondenz zu kulturwissenschaftlichen Diskursen.

Inhalt

Vorwort


7

Renate Reschke

 

Klio, Chronos und Ästhetik. Zur historischen    
Dimension ästhetischen Denkens

 
11

Knut Ebeling

 

Schicht und Geschichte. Eine ästhetische Theorie    
der Kulturgeschichte nach Freuds Unbehangen
in der Kultur       

 
 
35

Martin A. Völker

 

Ordnungseuphorie – Bewegungsenthusiasmen   
– Umgebungsdepressionen. Beispiele     
erzählerischer Gestaltung von Lebensweise       
und Lebenswelt zwischen Aufklärung     
und Romantik      

 
 
 
 
55

Sören Reuter

 

Aisthesis oder das Verhältnis zwischen   
ästhetischem und epistemischem
Wahrnehmungsurteil. Kritische Anmerkungen   
zu einer erkenntnisphilosophischen These          
ausgehend von Wolfgang Welsch           

 
 
 
 
79

Seong-Hoon Lim

 

Ästhetik und Gemeinsinn.           
Eine Skizze zur Ästhetik Immanuel Kants          

 
107

Stephan Günzel

 

›Masse‹ als ästhetisches Problem           

125

Hans Gerd von Seggern

 

Die Aura im Zeitalter ihrer theoretischen       
Beliebigkeit. Überlegungen zu einer    
untoten ästhetischen Kategorie  

 
 
143

Claudia Salchow

 

Streitfall ›Die Fliegen‹. Drei Beispiele    
der Auseinandersetzung um Jean-Paul Sartres  
›Atriden‹-Drama


 
 
161

Personenregister

185

Zu den Autoren

191

 

 

 



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