Wenn bei Philosophen von »Wegen« die Rede ist - egal ob von Denkwegen, Irrwegen oder Feldwegen, gleichgültig ob es sich um Wege des Auf- oder Abstiegs handelt, die ins Helle oder Dunkle führen -, immer ist dabei auch vom Weg der Philosophie die Rede. Der Philosophiehistoriker wird zum Philosophen, wenn er nicht nur nach Richtungen, sondern auch nach deren Folgerichtigkeit fragt. Er liest im Nachgang der einst begangenen Wege der Philosophie Spuren, die er durch seine Deutung zugleich auch verwischt.
Der Gang jedes philosophischen Denkens ist immer schon auf einen Weg gestellt, dessen Weite er zwar nie ganz auszumessen vermag, es aber dennoch versucht. So stellt sich die Frage, ob nicht gerade von der verschiedenen Verwendung des Wortes Weg in der Philosophie auf ein Gemeinsames geschlossen werden kann, das darin bestünde, methodisch (lat. methodus), also in einer je bestimmten Weise weghaft, nach seiner Methode fragen zu müssen. Begriffsgeschichtliche und metapherngeschichtliche Konzepte der Philosophie sollen hierzu betrachtet und geprüft werden.
Im zweiten Teil des Vortrages wird das Konzept einer integrierten Begriffs- und Metapherngeschichte, am Beispiel der Verwendung von »Weg« bei Max Scheler, verdeutlicht und erprobt. (»Der Mensch als Sackgasse und als Ausweg des Lebens«).
Wenn heute vom Weg oder von Wegen der Philosophie die Rede ist, so müssen auch die Wege, welche in die Philosophie hinein und aus der Philosophie heraus führen, als der Philosophiegeschichte zugehörig, begriffen werden. Am Beispiel von Max Scheler wird auch darauf einzugehen sein.
MoMo-Vortrag am 10.07.2005