
Ob als Realgeschehen oder im Film, nur wenige Themen scheinen uns so
sehr zu beschäftigen wie natur- und/oder menschenverursachte
Katastrophen. Was aber macht Katastrophen eigentlich so faszinierend?
Wieso ist ihrem Schrecken oft ein seltsames Moment von Erwartung
beigemischt? Und wieso scheint die Katastrophenfaszination in unserer
(vermeintlich) säkularisierten Moderne eher stärker zu werden?
In meinem Vortrag möchte ich für das seltsame Phänomen der
Katastrophenfaszination nach einer ersten begrifflichen und
phänomenalen Abgrenzung verschiedene psychologische,
kulturgeschichtliche und modernitätstheoretische Deutungen bzw.
Erklärungsversuche diskutieren, die philosophische These einer
die Moderne prägenden Dialektik von "Ermächtigung" und "Entmächtigung"
erörtern und zuletzt ein geplantes empirisches Forschungsprojekt
skizzieren.