Katrin Weiden

Kritik und Klinik. Eine Schizo-Analyse des Romans Der Erlkönig von Michel Tournier

 

Bei dem Vortrag geht es, der Titel lässt es anklingen, um eine Lekt´üre von Michel Tourniers bekanntesten Roman Der Erlkönig (1970) mit Deleuze, aber auch mit Nietzsche und anderen Begriffspersonen. Diese Lektüre versteht sich als eine multiple, plurale, die keine eindeutige objektive Interpretation verfolgt, betont doch Tournier eine Strategie der Offenheit, der Vieldeutigkeit, ein Spiel der Differenzen und der Intertexte, in dem Autor und Leser gleichermaßen Agierende, Bastler sind. Durch die Pluralität der Diskurse und das Verfahren der bricolage, die Merkmale des écriture-Konzepts Tourniers darstellen, lässt sich Der Erlkönig als postmoderner Roman verorten und in diesem Kontext vervielfältigen.

Um eine Schizo-Analyse handelt es sich in Bezug auf Deleuzes und Guattaris 1972 erschienenes Werk Anti-Ödipus insofern, als es um die Erforschung unbewusster Prozesse des Wunsches oder der Wunschmaschine geht. Im Mittelpunkt steht eine Analyse der Spaltungen (schize) und, wie sich zeigen wird, oftmals paradoxen Verbindungen, die den (post)modernen Menschen als Schizophrenen bestimmen. Wie eine solche Subjektivität erzeugt wird, welchen Wunschmaschinen und (Flucht-)Linien sie folgt, soll am Beispiel des Erlkönig dargelegt werden.


MoMo-Vortrag am 02.07.2006



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