Friedrich Nietzsche hat nicht nur, wie Jacques Derrida in seiner Grammatologie behauptet, »das geschrieben, was er geschrieben hat«, sondern sich (zumindest in seinem sogenannten Spätwerk) auch um eine Theorie der Schrift und des Schreibens bemüht. Anlass dazu waren seine Schreibgerätewechsel (in Genua 1882) von der Feder zur Schreibkugel zur Feder; d.h. von der Hand- zur Maschinen- zur Handschrift.

So gehört Nietzsche zu den Pionieren des mechanisierten Schreibens. Eine der Kategorien, mit denen er diese Erfahrung theoretisiert, ist der »Körper«: als Leib des Schreibers, als Corpus der Schrift und als Materialität der Schreibgeräte.
MoMo-Vortrag am 13.07.2003