Rüdiger Zill

Woody Allen und das Schweißtuch der Heiligen Veronika

 

1. »Sie müssen diesen Film wirklich lieben; sie sehen ihn zum fünften Mal.« (Tom Baxter)

2. »Ja, wie soll ich das beschreiben? Sie haben einen magischen Glanz.« (Cecilia)

3. »Ich kann lernen, real zu werden. Das ist nichts besonderes. Das fällt mir nicht schwer. Real zu sein, kommt mir ganz natürlich vor.« (Tom Baxter)

4. »Nur mit Mühe kann man die Kamera zum Lügen zwingen. Im Grund ist sie ein ehrliches Medium. Deshalb ist es viel wahrscheinlicher, daß der Fotograf mit der Einstellung des Forschenden, an ihr Teilhabenden an die Natur herangeht statt mit der dreisten Großspurigkeit des selbsternannten >Künstlers<. Und was uns heute vorschwebt, das neue Leben, basiert auf einer ehrlichen Auseinandersetzung mit allen Problemen, seien sie moralischer oder künstlerischer Natur. Falsche Häuserfassaden, falsche moralische Maßstäbe, Ausflüchte und Verkleidungen jeglicher Art müssen und werden wir über Bord werfen.« (Edward Weston)



Jacques Lespaignol, Das Heilige Grab (1699-1702), St. Thegonnec

5. Texte sind Kon-Texte - auch für Bilder. Erleichtern sie uns den Blick auf Bilder, erschweren, verstellen sie ihn? Sie ermöglichen ihn, so oder so, wenn auch nicht allein. Diskurse über das Bild begleiten seine Wahrnehmung, werden tradiert, bleiben identisch und verwandeln sich doch.



Meister der Hl. Veronika, Veronika mit dem Schweißtuch (1420),
London, National Gallery

Vor einiger Zeit habe ich die Einleitung zu einem größeren Projekt vorgestellt. »Woody Allen und das Schweißtuch der Heiligen Veronika« ist ein weiteres Bruchstück daraus, eine Abschnitt aus dem allgemeinen Bildertext, durchzogen von Magie-Fäden.

Hinweis: Dieser Vortrag kommt ohne Harry-Potter-Zitate aus!

MoMo-Vortrag am 01.04.2001



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