Tagung: „Leute zurechtmachen“

Gesellschaft für Philosophie und Wissenschaften der Psyche
Gesellschaft für Philosophie und Wissenschaften der Psyche

Die Tagung „Leute zurechtmachen“ - Praktiken der Formierung des Menschen in der politischen Gegenwart wird am 16. September 2017 von der Gesellschaft für Philosophie und Wissenschaften der Psyche, Berlin, veranstaltet. Ort der Veranstaltung: Berliner Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse e.V. (BIPP), Pariser Straße 44 (Ecke Emser Straße), 10707 Berlin-Wilmersdorf. Weitere Informationen auf der Homepage des Instituts.

In den gegenwärtigen Debatten von Sozialphilosophie, Kulturwissenschaften, Politologie und Soziologie lassen sich drei unterschiedliche Trends ausmachen, die inhaltlich offenbar eng miteinander zusammenhängen: Zum einen wird von einer in den (post-)modernen Gesellschaften zunehmenden Individualisierung gesprochen, die in den Augen mancher Beobachter geeignet ist, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Frage zu stellen. Zum anderen wird aber auch, scheinbar im Gegensatz dazu, auf Praktiken der Entindividualisierung und eine mit ihr einhergehende Deformierung der Individuen hingewiesen (etwa im Zuge neoliberaler Regierungspraktiken oder einer sich verstetigenden Ökonomisierung
der Lebenswelten).

Und schließlich wird, im so genannten Intersubjektivismus, behauptet, eine Vermittlung zwischen Individuellem und Allgemeinem müsse gar nicht erst hergestellt werden, eine Präformierung des Einzelnen durch die Gesellschaft habe je schon stattgefunden.

Formierung, Präformierung, Deformierung – was hat es damit unter den gegenwärtigen sozialen und politischen Bedingungen auf sich? Die Referentinnen und Referenten werden sich auf der Tagung dieser Frage mit  unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten widmen.

Mit der Formel „Leute zurechtmachen“ greifen wir auf den Titel eines Textes von Bernd Heiter zurück, dem diese Tagung gewidmet ist. Im Sinne dieser Widmung laden wir alle TagungsbesucherInnen ein, nach den Vorträgen auch am anschließenden Workshop teilzunehmen.

Programm

Samstag, 16. September 2017
10.00 – 10.15 Uhr Begrüßung durch Christoph Kurth
10.15 – 11.45 Uhr (Moderation: U. Heuner)

Wolfgang Heuer (Berlin). Queering Europe
Stefanie Rosenmüller (Dortmund): In welcher Hinsicht sind Menschenrechte abstrakt? In welcher nicht? Wie usnahmen zu Beispielen werden können

Kaffeepause 11.45 – 12.00 Uhr

12.00 – 13.30 Uhr (Moderation: St. Rosenmüller)
Susanne Guski-Leinwand (Dortmund): Von „psychischer Ganzheit“ zum „Ganzheitsstaat“ im Nationalsozialismus: Ideengeschichtlicher Hintergrund und Einführung in die Ganzheitspsychologie der Zweiten Leipziger Schule (Felix Krueger u. a.)
Thilo Billmeier (Berlin): Politische Aspekte existenzieller Faktizität (Simone Weil)

Mittagspause 13.30 – 14.30 Uhr

14.30 – 16.00 Uhr (Moderation: Chr. Kupke)
Nina Trčka (Berlin): Kollektive Angst: Vom gesellschaftlichen Klima zum existenziellen Hintergrundgefühl. Ein Beitrag zur Konzeption der interaffectivity
Ruth Sonderegger (Wien): Wie intersubjektiv ist die Sorge um sich und die anderen?

Kaffeepause 16.00 – 16.30 Uhr

16.30 –18.00 Uhr Workshop Bernd Heiter zu Ehren
Impulsreferat Ulf Heuner (Berlin): Widerstand denken im Angesicht von Hartz IV. Zu Bernd Heiters Begriff des Rechtsmediums
Impulsreferat Christian Kupke (Berlin): Der zweite Tod kommt vor dem ersten. Zu Ken Loachs „Ich, Daniel Blake“

Ort der Veranstaltung: Berliner Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse e.V. (BIPP), Pariser Straße 44 (Ecke Emser Straße), 10707 Berlin-Wilmersdorf

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