Aus der Übersetzerwerkstatt. Georges Didi-Hubermans Ninfa moderna.

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Ort: (Diese Veranstaltung fand in privaten Räumen eines MoMo-Mitglieds statt.)

Vorgestellt wird ein Essay von Georges Didi-Huberman unter dem Titel Ninfa moderna: Angeregt durch Aby Warburgs Mnemosyne-Atlas zeichnet der Autor die Entwicklung einer Bildfigur von der Renaissance bis in die Gegenwart nach, die, wie der Untertitel besagt, als »Fall des Faltenwurfs« zusammengefasst werden kann.

Didi Huberman Michaela Ott: Ninfa Moderna

In einer zugleich geographischen und kulturhistorischen Wanderung führt er uns den »Film« einer bildlichen Bewegung sukzessiven Niedergangs und der sie begleitenden theoretischen Aufmerksamkeit für das Informelle und Formlose vor: Das Niedersinken weiblicher Körper und die Ablösung der Gewandung in namhaften Gemälden des 16. Jahrhunderts sieht er über die zunehmende Verselbständigung von Faltenwürfen und Stoffdrapagen in der modernen Fotografie in die theoretische, literarische und bildliche Zuwendung zu Lumpen, zum Lumpenproletariat und schließlich zum Informellen und Formlosen münden, wo die Bewegung in den surrealistischen Fotografien von Schlachthöfen, aber auch in der Reduktion des Menschen auf formlose Masse in den NS-Vernichtungslagern ihre vermutlich nicht mehr überbietbare Formauflösung erreicht.

(Georges Didi-Huberman, Ninfa moderna. Über den Fall des Faltenwurfs, übers. v. Michaela Ott, Zürich, Berlin: Diaphanes 2006.)

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