Das Erhabenste aller Gesetze. Philosophische Ausdeutungen des Darstellungsverbots nach Kant

Datum: -

Ort: (Diese Veranstaltung fand in privaten Räumen eines MoMo-Mitglieds statt.)

In der »Allgemeinen Anmerkung« zum Zweiten Buch der Kritik der Urteilskraft, liest man einen für den Dogmenzertrümmerer Kant reichlich enigmatischen Satz:

»Vielleicht gibt es keine erhabenere Stelle im Gesetzbuch der Juden, als das Gebot: Du sollst dir kein Bildnis machen […]« (A 123/B 124).

Emanuel Alloa: Kant

In meinem Vortrag möchte ich nach dem Sinn dieses Satzes im Kontext der kantischen Ästhetik des Erhabenen fragen und anhand der religionsphilosophischen Schriften zeigen, dass deren hegelsche Ausdeutung nicht nur zu kurz greift, sondern womöglich sogar die Weichen für die ganze, im 20. Jahrhundert grassierende Rhetorik des Undarstellbaren legte.

Im zweiten Teil werde ich mir anschauen, wie dieser etwas »andere« Kant bei drei Gegenwartsautoren fortwirkt, namentlich bei Jean-Luc Nancy, Jacques Rancière und Georges Didi-Huberman. In ihren neueren Texten gegen die Verfechter eines radikalen Darstellungsverbots finden sich einige gewichtige Argumente, um die sogenannte »absolute Undarstellbarkeit« als Paralogismus auszuweisen.

(Ein Vortrag von Emanuel Alloa.)

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