Regelmäßige Begegnungen. Grundzüge einer Phänomenologie des Filmschauspielers

Datum: -

Ort: (Diese Veranstaltung fand in den privaten Räumen eines MoMo-Mitglieds statt.)

Ein Vortrag von Jörg Sternagel.

Bereits Siegfried Kracauer betont die Fähigkeit des Kinos, »das Bewußtsein des Zuschauers über die eigene Physiognomie und die eigenen Sinne anzuregen« und vergißt nicht, als einer unter wenigen Denkern, den Filmschauspieler in seine Theorie des Films miteinzubeziehen: »Was der Schauspieler zu vermitteln sucht – die physische Existenz einer Person – ist in überwältigendem Maße auf der Leinwand gegenwärtig« (Siegfried Kracauer, Theorie des Films. Zur Errettung der äußeren Wirklichkeit [1960], Frankfurt/M. 1985, 137).

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Mein Vortrag überdenkt diese Fähigkeit des Kinos, »das Bewußtsein des Zuschauers über die eigene Physiognomie und die eigenen Sinne anzuregen« und entwirft Grundzüge einer Phänomenologie des Filmschauspielers: Einblicke in Überlegungen filmästhetischer Theorie (Kracauer) und Ansätze phänomenologischer Filmtheorie (Maurice Merleau-Ponty, Vivian Sobchack) sollen darüber Aufschluß geben, warum die physische Existenz einer Person, die der Schauspieler zu vermitteln sucht, in überwältigendem Maße vor und auf der Leinwand gegenwärtig ist.

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Der Vortrag positioniert sich mit den gewählten Ansätzen als Alternative zu psychoanalytischen und kognitivistischen Konzepten und bietet eine Revision der Positionen zur Zuschaueraktivität und Zuschaueraffizierung in Verbindung mit der Wahrnehmung und Wirkung des Filmschauspielers. Als Beispiel fungiert Michael Hanekes vieldiskutierter Film Caché (2005) mit Juliette Binoche und Daniel Auteuil in den Hauptrollen.

( Bildquelle: Caché , Regie: Michael Haneke, Le Studio Canal+/ Sony Pictures, 2005)

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