Hans Joas: Die Macht des Heiligen

Datum: -

Ort: Alte Jakobstr. 12 / Ecke Ritterstr. (Tiyatrom Theater), 10969 Berlin

Max Weber und der göttliche Funke
»Eine Wissenschaft, die sich als Überwindung des Glaubens versteht, und ein Glaube, der sich von der Wissenschaft bedroht fühlt - das sind zwei Seiten derselben Medaille.« (Hans Joas)

»Entzauberung« ist ein Schlüsselbegriff im Selbstverständnis der Moderne. Doch worum handelt es sich dabei eigentlich? Was genau meinte Max Weber damit? Und sind seine kanonisch gewordenen Vorstellungen überhaupt haltbar beziehungsweise: Sind sie alternativlos?

Hans Joas' neuestes Buch Die Macht des Heiligen ist der Versuch, »Entzauberung« zu entzaubern. Dazu widmet er sich zunächst exemplarischen Fällen der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Religion seit dem 18. Jahrhundert. In direkter Auseinandersetzung mit Weber entfaltet er sodann den Grundriss einer Theorie, die dem machtstützenden Potenzial von Religion ebenso gerecht werden kann wie dem machtkritischen. An die Stelle des Geschichtsbilds vom unaufhaltsam fortschreitenden Prozess der Entzauberung tritt die Konzeption eines Spannungsfelds zwischen Dynamiken der Sakralisierung, ihrer reflexiven Brechung und den Gefahren ihrer Aneignung in Prozessen der Machtbildung. Das beinhaltet Zumutungen – für Gläubige ebenso wie für säkulare Geister.

* * *

Zum Vortragenden:

Hans Joas

Hans Joas (* 1948 in München) ist Ernst-Troeltsch-Honorarprofessor an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Er war vom April 2011 bis zum März 2014 Permanent Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) und bis zum Sommersemester 2011 als Max-Weber-Professor Leiter des Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien an der Universität Erfurt. Er ist außerdem Visiting Professor of Sociology and Social Thought und Mitglied des Committee on Social Thought an der University of Chicago, ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Non-resident Long-term Fellow des Swedish Collegium for Advanced Studies, Uppsala.

Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bielefelder Wissenschaftspreis, dem Hans-Kilian-Preis und zuletzt dem Max-Planck-Forschungspreis. Ein Überblick über sein umfangreiches philosophischen und soziologisches Werk finden Sie hier.

Zurück