PASOLINI oder Die politische Ökonomie

Datum: -

Ort: Alte Jakobstr. 12 / Ecke Ritterstr. (Tiyatrom Theater), 10969 Berlin

Pier Paolo Pasolini (1922 - 1975)
Pier Paolo Pasolini (1922 - 1975)

Anfang November diesen Jahres jährt sich der Todestag von Pier Paolo Pasolini zum 41. Mal, Anlaß genug, nicht nur dieses traurigen Ereignisses, sondern vor allem der Person dieses Dichters, Schriftstellers, Regisseurs, Kritikers und Essayisten sowie seines Werkes zu gedenken. Insbesondere letzteres ist es stets von Neuem, das mit unverminderter Dringlichkeit auf Probleme weist, die mehr denn je die unseren sind: Verhandelt werden Arbeit und Gesellschaft, Bürgertum und sozialer Aufstieg, Religion und Glauben, Geld und Liebe.

Hinter all dem formuliert sich ein Glücksanspruch, der als individueller sich artikuliert, als solcher jedoch über das Individuum hinaus extrapoliert und ganz Italien adressiert, unter den gegebenen Bedingungen allerdings nicht eingelöst zu werden vermag. Pasolini zeigt uns dies an den Rändern der Gesellschaft, wo der ökonomische Imperativ besonders hart sich artikuliert, jedoch in den Logiken, auf die er trifft, sind andere Entelechien am Wirken. Der Vortrag rückt diese Ökonomien an den beiden Enden der italienischen Gesellschaft in den Focus, sogenannte Randökonomien, wie sie peripher sich ausbilden und Pasolini sie zeigte, und zeichnet nach, wie das Scheitern jedweden Glücksanspruchs in ihnen bereits angelegt ist: Die Frage nach den möglichen Alternativen formuliert sich als die nach dem Politischen, das letztlich nur die Antwort sein kann.

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Carsten Schmieder bei MoMo
(c) des Fotos: privat

Carsten Schmieder ist Latinist u. Kulturwissenschaftler, Studium in Berlin, Paris u. Mailand, Promotion bei Friedrich Kittler. Derzeit Tätigkeit als Übersetzer und Lektor. Letzte Publikation: PASOLINI und die Aktualität des Politischen (Hg.), Berlin 2015

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