Zur anthropologischen Idee des menschlichen 'Selbstüberstiegs'

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Ort: (Diese Veranstaltung fand in privaten Räumen eines MoMo-Mitglieds statt.)

Erörterung einer aktuellen Theoriepolitik in der aktuellen deutschen Philosophie
Vortragende: Michaela Ott

Dank einer bestimmten Darwin- und Nietzscherezeption geistert die Idee des notwendigen menschlichen Selbstüberstiegs durch die deutsche Anthropologie und Phänomenologie. In ihren neuesten Schriften wärmen Peter Sloterdijk ("Du musst dein Leben ändern") und Norbert Bolz ("Diskurs über die Ungleichheit") die Idee der Selbstzüchtung und Selbstüberwindung, in Rückgriff auf Nietzsche, aber auch auf Denker wie Wittgenstein und Foucault, mit deutlich politischer Stoßrichtung wieder auf.

Ohne einen geschlossenen Vortrag bieten zu wollen, möchte ich mit euch die Funktion und den Wert dieser Theoriepolitik und der erneuten Aufwärmung dieser Vorstellung in der Gegenwart erörtern. Fühlen sich diese Philosophen genötigt, der akademischen Exzellenzclusterbildung theoretische Schützenhilfe zu leisten? Glauben sie, die horizontale Bewegung der Globalisierung durch Betonung der menschlichen Vertikalspannung kompensieren zu müssen? Geht es um letzte Rückzugsgefechte des europäischen Erbes und eines bestimmten männlichen Sprechens, das sich gegen die Nivellierung der Selbstverständigung in Blogs und Romanplagiaten wehrt?

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