Die große Transformation? Auf der Suche nach dem guten Leben in planetaren Grenzen.

Datum: 24.10.2022 (14:00:00–16:00:00)

Ort: Virtuelle Veranstaltung via Zoom

 

Die große Transformation der Erde

Wer hat das Ruder in der Hand?

Große, allesumfassende gesellschaftliche Transformationen wie Industrialisierung und Digitalisierung kennen die meisten unter uns bislang eher aus einer reaktiven Perspektive. Sie scheinen einfach zu passieren und man verhält sich dazu. Technischer Fortschritt, privatwirtschaftliche und politische Ökonomie, aber auch steigender Wohlstand, individualisiertere Lebensmodelle usw. sorgten und sorgen für genügend Eigendynamik, um solche, an sich ‚unvermeidbaren‘, Transformationen zu treiben. All das bringt, wie wir wissen, neben den Erfolgen auch negative Veränderungen für Mensch, Gesellschaften und Natur mit sich, vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. Seit einiger Zeit werden aus allen Gesellschaftsbereichen weltweit die Rufe nach einer ‚vorsätzlichen‘, mehr oder weniger konzertiert herbeigeführten großen globalen sozial-ökologischen und wirtschaftlichen Transformation immer lauter. Die zugrundeliegende Diagnose besagt, dass wir vor allem in wohlhabenderen Ländern mit unserem Konsummodell übers Ziel hinausgeschossen sind und grundsätzlich umdenken müssen, um Gemeinwohl für möglichst viele Menschen zu mehren, dies allerdings im Rahmen planetarer Möglichkeiten. Wirtschaftlicher Paradigmenwechsel, Energie-, Verkehrs-, Agrar-, Ernährungs-, Ressourcen- und Konsumwenden und weitere Themen stehen teilweise noch recht diffus im Raum. Internationale- und Entwicklungszusammenarbeit sollen dazu einen Beitrag global und in Partnerländern leisten.

Aber lassen sich solche großen ‚vorsätzlichen‘, deliberativen Transformationen überhaupt sinnvoll beeinflussen bzw. beschleunigen? Lässt sich so etwas in Projekten planen, vom Wissen zum Handeln? Wer entscheidet darüber, was zumutbar, was gerecht ist, genug Wachstum verspricht und was letztendlich das gute Leben ist? Für welche Werte, soziale-, politische-, technische- und wirtschaftliche Errungenschaften wollen wir uns stark machen? Welchen Wertewandel brauchen wir selbst, so dass wir Partnerländern glaubwürdige Angebote machen können in Zeiten geopolitischer Spannung und Krisen? Wie können wir uns globaler Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit auch weiterhin deliberativ nähern, oder hat das Rennen um die lebenswerten Plätze auf der Erde längst begonnen? Solche Fragen müssen auch zwischen Philosophie und Praxis behandelt werden.

Hier kann die Präsentation zum Vortrag heruntergeladen werden.

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Zur Person des Vortragenden:

Daniel Kehrer

Daniel Kehrer arbeitet als Berater im Fach- und Methodenbereich der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Er berät Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit, und treibt neue Themen voran zwischen Theorie und Praxis. Seine Schwerpunkte sind Umwelt-, Klimathemen, sowie transformativer und sozialer Wandel für nachhaltige Entwicklung.

Daniel Kehrer ist Diplom Umweltwissenschaftler und hat neben der Rolle als Berater auch in Forschung und Lehre (Deutschland, Niederlande) im weiteren Feld der Nachhaltigkeitswissenschaften und zu  Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gearbeitet.

Relevante Publikationen:

  • GIZ 2020: Transforming our work: Getting ready for transformational projects (Link)
  • GIZ 2020: Transformative Projektgestaltung (Link)
  • GIZ 2021: Building Forward Better – How to unleash Transformation in Economic Development Cooperation? Insights from a Dialogue Series (Link)
  • BMZ/GIZ in Veröffentlichung: Recover Forward Toolkit, Kapitel Transform Forward
  • GIZ in Vorbereitung: Guide to Facilitating Social Change

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