Innere Freiheit des Menschen als Voraussetzung für eine freiheitliche Gesellschaft

Datum: 29.08.2022 (20:00:00–22:00:00)

Ort: Virtuelle Veranstaltung via Zoom

 

Christian Rutishauser: Innnere Freiheit

Die Freiheit beginnt hier

Die europäische Geschichte kann als Freiheitsgeschichte bezeichnet werden. Dabei war nie nur die gesellschaftliche und politische Ordnung von immer neuen Freiheitsimpulsen stimuliert. Auch das Postulat der Freiheit des Menschen im Gegensatz zur Natur, die durch Gesetze determiniert erscheint bildet Kern der westlichen Anthropologie. Angesichts der nicht zu bestreitenden gesellschaftlichen, erzieherischen, genetischen und neurobiologischen Determiniertheit des Menschen, die die Humanwissenschaften einem heute vor Augen führen, ist offensichtlich geworden, dass Freiheit weniger ein vorgegebener Tatbestand der conditio humana darstellt. Vielmehr muss innere Freiheit errungen und erarbeitet werden.

Mystik und christliche Spiritualität wie auch Theologie und Philosophie haben durch alle Jahrhunderte hindurch einen Beitrag dazu geleistet. In der Moderne ist die psychoanalytische und psychotherapeutische Arbeit dazugekommen. Die Kultivierung der eigenen Triebstruktur und Motivationsreinigung einerseits sowie die Ausrichtung an ethischen Werten und Normen andrerseits sind wesentliche Elemente, um zu innerer Freiheit zu gelangen. Ohne Selbsterkenntnis ist sie nicht zu haben, auch nicht ohne Ausrichtung auf einen kollektiven Sinnhorizont. Daher ist der Gewinn von innerer Freiheit nicht nur unabdingbare Voraussetzung, dass der Mensch seine Würde in einer unfreien und totalitären Gesellschaft bewahrt. Sie ist auch in einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung unbedingt notwendig, will der Mensch nicht im Dschungel von Deregulierungen und Reizüberflutungen stecken bleiben.

Die Teilnahme ist kostenfrei und offen. Sofern Sie noch nicht auf der MoMo-Einladungsliste stehen, senden Sie uns bitte eine Email über den unten stehenden Link. Dann erhalten Sie rechtzeitig vor der Veranstaltung eine persönliche Einladung und den passenden Zoom-Link.

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Zum Vortragenden:

Dr. Christian Rutishauer SJ

Dr. Christian Rutishauser wurde 1965 in St. Gallen geboren; Studium der Theologie in Fribourg und Lyon; 1992 Eintritt in den Jesuitenorden; Studentenseelsorger in Bern, Doktoratsstudium in Judaistik in Luzern mit Aufenthalten in Jerusalem und New York; 2001 - 2012 Bildungsleiter im Lassalle-Haus, Zentrum für Spiritualität, Dialog und Verantwortung; Arbeit im Bereich Spiritualität, Exerzitien und Kontemplation; 2011 verwirklichte er das sieben monatige Pilgerprojekt „Zu Fuss nach Jerusalem“; 2012 - 2021 Provinzial der Schweizer Jesuiten.

Lehraufträge für Jüdische Studien an der Hochschule für Philosophie in München, an der Theologischen Fakultät Fribourg i. Ü und an der Universität Gregoriana in Rom; Mitglied der Jüdisch/Röm.-kath. Gesprächskommission der Schweizer und der Deutschen Bischofskonferenz; Delegationsmitglied in der vatikanischen Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum; Seit 2014 ständiger Berater des Heiligen Stuhls in dieser Angelegenheit.

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