Verantwortung und Gerechtigkeit im Umgang mit Klima- und anderen Umweltrisiken

Datum: 16.05.2022 (20:00:00–22:00:00)

Ort: Virtuelle Veranstaltung via Zoom

 

Kraftwerk wird auf Kehrschaufel gekehrt

Kleine Frage: Wer zahlt?

Ein Vortrag von Prof. Ivo Wallimann-Helmer, University of Fribourg Environmental Sciences and Humanities Institute, mit anschließender Diskussion.

Viele, wenn nicht alle Umweltherausforderungen beinhalten Risiken. Diese reichen von Schäden und Verlusten an materiellen und immateriellen Gütern bis hin zu Beeinträchtigungen der Gesundheit und Todesfällen. In den meisten Fällen lassen sich solche Klima- und Umweltrisiken nur minimieren, nicht aber voll und ganz vermeiden. Insbesondere wenn es um Schutz- und andere Anpassungsmassnahmen geht, verhandelt die Umweltpolitik deshalb immer auch den fairen Umgang mit Risiken. Da Risiken in den wenigsten Fällen unter all den potentiell Betroffenen gleich verteilt werden können, geht es in diesen Verhandlungen um die gerechte Verteilung von Umweltrisiken bzw. um die faire Differenzierung der Verantwortlichkeiten bei Investitionen in Schutz- und Anpassungsmassnahmen.

In diesem Vortrag diskutiert Ivo Wallimann-Helmer drei Argumente, die seiner Meinung nach zeigen, weshalb beim Umgang mit Klima- und Umweltschäden bzw. -risiken die alleinige und ausschliessliche Verantwortung nicht immer von deren Verursachern getragen werden sollten. Erstens, es ist häufig effizienter und fairer, von denjenigen Hilfeleistungen zu fordern, die auch tatsächlich über die entsprechenden Kompetenzen und Ressourcen verfügen. Zweitens, die Zuschreibung von Beseitigungsverantwortung aufgrund der Verursachung eines Übels beschränkt die Pflicht zur Hilfeleistung auf den tatsächlich anthropogen verursachten Anteil der Klima- und Umweltrisiken. Drittens können nur die direkt Betroffenen tatsächlich entscheiden, wie die Klima- und Umweltrisiken einzuschätzen sind, denen sie gegenüberstehen und für die sie allenfalls entschädigt werden müssen. Welches Gewicht dies Argumente allerdings in der Differenzierung der Verantwortung erhalten, ist stark vom Kontext abhängig.

Die Teilnahme ist kostenfrei und offen.

Den Zoom-Link zur Teilnahme an der Veranstaltung erhalten Mitglieder auf der MoMo-Einladungsliste automatisch zwei Tage vor der Veranstaltung. Weitere Interessenten schreiben bitte an info@momo-berlin.de und erhalten dann ebenfalls den Teilnahmelink.

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Zum Vortragenden:

Prof. Ivo Wallimann-Helmer

Seit 2018 ist Ivo Wallimann-Helmer Professor für Umweltgeisteswissenschaften an der Universität Fribourg und seit 2019 Direktor des UniFR_ESH Instituts.

Die Kernbereiche seiner Arbeit betreffen die Untersuchung konzeptioneller und normativer Fragen der Gerechtigkeit im Klima- und Umweltschutz, aber auch technologische Innovationen für nachhaltige Entwicklung und die gerechte Differenzierung von Verantwortlichkeiten in der Umweltpraxis, neuerdings auch in Ernährungssystemen. Sein Hauptinteresse gilt den konzeptionellen Konflikten zwischen den globalen und intergenerationellen Dimensionen dieser Herausforderungen und der lokalen und zeitlichen Differenzierung von Verantwortlichkeiten zwischen relevanten Akteuren. Weitere Informationen zu seinen aktuellen Projekten erhalten Sie hier, einschließlich einer Übersicht über seine zahlreichen Publikationen.

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