Das MoMo-Veranstaltungsarchiv: Aktuelle und vergangene Veranstaltungen bei MoMo

MoMo hat bereits eine lange Geschichte. Die Einträge mit rotem Titel betreffen kommenden Veranstaltungen, darunter folgen die früheren Vorträge und Veranstaltungen:

Verantwortung und Gerechtigkeit im Umgang mit Klima- und anderen Umweltrisiken

16.05.2022

20:00:00–22:00:00

(Vortrag von Prof. Ivo Wallimann-Helmer, University of Fribourg, mit anschließender Diskussion.) Viele, wenn nicht alle Umweltherausforderungen beinhalten beträchtliche Risiken. In den meisten Fällen lassen sich solche Klima- und Umweltrisiken nur minimieren, nicht aber voll und ganz vermeiden. Insbesondere wenn es um Schutz- und andere Anpassungsmassnahmen geht, verhandelt die Umweltpolitik deshalb immer auch den fairen Umgang mit Risiken. Da Risiken in den wenigsten Fällen unter all den potentiell Betroffenen gleich verteilt werden können, geht es in diesen Verhandlungen um die gerechte Verteilung von Umweltrisiken bzw. um die faire Differenzierung der Verantwortlichkeiten bei Investitionen in Schutz- und Anpassungsmassnahmen.

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Jean-François Lyotard und die Postmoderne nach 30 Jahren (Walter Reese-Schäfer)

25.04.2022

20:00:00–22:00:00

Lyotards Lehre von der Postmoderne hat wegen seiner Bejahung chaotischer Innovationsmodelle weit über den wissenschaftstheoretischen und technisch-gesellschaftlichen Bereich hinaus ausgestrahlt auf die Malerei, die Welt der Ausstellungen und auf die ästhetische Theorie. Seine Bücher findet man heute in den meisten Kunst- und Museumsbuchhandlungen, deren Auslagen ohnehin intellektuell oftmals interessanter sind als die philosophischen Bücherkabinette. Sein Hauptwerk Das postmoderne Wissen ist 2019 in 9. Auflage erschienen und wirkt weiter.

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Selbstbestimmung, Staat und Anarchie (Wolfgang Sohst)

21.03.2022

20:00:00–22:00:00

Die beiden britischen Anthropologen David Graeber und David Wengrow veröffentlichten kürzlich ein viel beachtetes Buch, in dem sie mit dem Standarnarrativ der Menschheitsentwicklung aufräumen. Dieses Narrativ, aktuell auflagenstark unterstützt von Autoren wie Yuval Harari und Jared Diamond, wurde vor ca. 250 Jahren erfunden und läuft darauf hinaus, dass die Europäer mit der Aufklärung als erste die moderne Demokratie entdeckten und sie auch prompt einführten. Deswegen sei Europa die Spitze der politischen Selbstbestimmung. Leider ist an dieser Geschichte wenig wahr. Tatsächlich wurden seit Beginn des Kolonialismus praktisch sämtliche Dokumente vor der Öffentlichkeit verborgen, die ein anderes Bild der "Wilden" zeichnen, als es dieser Geschichte zugrundeliegt.

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Die Geburt des Spree-Athens Berlin aus dem Geist des deutschen Idealismus (Maurice Schuhmann)

21.02.2022

20:00:00–22:00:00

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Berlin – nicht zuletzt auf Grund der neugegründeten, heutigen Humboldt Universität – zu einem regelrechten Spree-Athen. Gegen den Willen der Berliner Bevölkerung gelang der preußischen Metropole damit  der Aufstieg zu einer Stadt, die Intellektuelle aus aller Welt anzog. Maurice Schuhmann stellt die Bedeutung des deutschen Idealismus – anhand ausgewählter Vertreter – für die Entstehung jenes besonderen Klimas dar, auch unter Berücksichtigung der wichtigen Salonkultur jener Zeit.

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Kipppunkte in der Geschichte der Menschheit (Stefan Emeis)

31.01.2022

20:00:00–22:00:00

Kipppunkten ist eigen, dass es ein Zurück zu den Verhältnissen vor diesen Entwicklungen praktisch nicht mehr geben kann. Je nach Sichtweise werden sie heute entweder als „technische Revolutionen“ oder aber als „ökologische Fallen“ bezeichnet. Die Lösung aktueller Kipppunkt, vor allem hinsichtlich der Entwicklung des globalen Ökosystems, muss ohne weitere Kipppunkte geschehen, da rückblickend die vergangenen Kipppunkte sich doch eher als „ökologische Fallen“ herausgestellt haben.

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Harari: Die neue Große Erzählung (Gernot Böhme)

13.12.2021

20:00:00–22:00:00

Böhmes Vortrag bezieht sich auf die drei Weltbestseller von Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit, Homo Deus: eine Geschichte von morgen und 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert.

Der Vortrag geht Hararis Behauptungen und Spekulationen kritisch durch. Das ist eine notwendige Arbeit, insofern Hararis strategische Öffentlichkeitsarbeit auf die Durchsetzung seiner Thesen als einer Ideologie der Postmoderne abzielt.

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Das Ende des Individuums (Gaspard Koenig)

08.11.2021

20:00:00–22:30:00

Gaspard Koenig, als Philosoph nicht nur in Frankreich sehr bekannt, hat sich auf der Suche nach einem Urteil über die möglichen Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz auf eine mehrmonatige Weltreise begeben. Er sprach auf allen Kontinenten mit 125 Kennern der Materie aus allen Fachgebieten: mit IT-Spezialisten, Analysten, Medizinern, Politikern, Investoren und vielen mehr. In seinem Vortrag, der auf dem gleichnamigen, gerade erschienenen Buch basiert, resümiert er seine Erfahrungen aus den Antworten seiner Gesprächspartner, die sich über das ganze Spektrum von absoluter Begeisterung bis zur dystopischen Warnung erstrecken.

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Imaginäre der Künstlichen Intelligenz (Paula Helm)

18.10.2021

20:00:00–22:30:00

In der KI sind es insbesondere die Imaginäre der Unfehlbarkeit und Neutralität, die Einfluss darauf nehmen, mit welchen Autoritätsansprüchen KI-Systeme in Einsatz gebracht werden. In Bereichen wie der Medizin oder Strafverfolgung kann das weit reichende Folgen haben. Flankierend dazu entwickelt sich in dem neuen Forschungsfeld der Critical Algorithm Studies eine enorme Betriebsamkeit unter Forscher*innen, die Licht auf die sozio-kulturellen Prozesse der Produktion derartiger Systeme werfen, um diese derart zu entmystifizieren. In dem Vortrag werden einige dominante Imaginäre der Künstlichen Intelligenz thematisiert und kritisch zur Diskussion gestellt.(Vortrag von Dr. Paula Helm)

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Logic and Reality (Vladimir L. Vasyukov)

13.09.2021

20:00:00–22:00:00

Die Idee, dass die Logik einen ontologisch relevanten Inhalt hat, besteht bis heute in der Auffassung der Logik als Universalsprach. Dieser Standpunkt wurde oft bestritten zugunsten einer Betrachtung der Logik als eine Art Spiel, als ein abstrakter Kalkül, dessen Aussagen keinen unmittelbaren Bezug zur Wirklichkeit haben. Bei der Verwendung formaler Sprachen haben wir es allerdings mit zwei Bildern der Realität zu tun: einmal der Theorie des Objektbereichs, dessen Objekte wir untersuchen (unsere Vorstellung von der Welt), und zum anderen die ontologischen Verpflichtungen der Sprache (unsere Vorstellung von Sprache). Wie kann man diese beiden Vorstellungen in Deckung bringen? (Vortrag von Vladimir L Vasyukov, Institute of Philosophy at the Russian Academy of Science, Moskau)

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Phänomenologie zwischen Demut und „vitalem Stolz“ (Jonas Puchta)

19.07.2021

20:00:00–22:30:00

Hermann Schmitz hat als Begründer der Neuen Phänomenologie der Nachwelt ein umfangreiches Werk hinterlassen, das lange Zeit unter kritischem Vorwand unbeachtet blieb, aber zunehmend zum Anlaufpunkt für das Interesse verschiedenster Fachbereiche wird. Während der Anspruch seines Denkgebäudes einem Leser demütig die Sprache verschlagen könnte, stand Schmitz selbst der Demut in ihrer christlichen Ausdeutung durchaus kritisch gegenüber. Der Vortrag unternimmt unter der Berücksichtigung dieser Kritik den Versuch, die Demut im Dialog mit der Neuen Phänomenologie und auf Grundlage der menschlichen Lebenserfahrung in ihren verschiedenen Facetten zu bestimmen.

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